| Bericht zum Gemeindeabend: „KI – und wo bleibt denn da der Mensch?“ |
| Der Gemeindeabend zum Thema „KI – und wo bleibt der Mensch?“ stieß auf großes Interesse. Dabei wurden Chancen, Herausforderungen und Grenzen der Künstlichen Intelligenz erörtert. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich mit einem Thema zu beschäftigen, das zunehmend alle Lebensbereiche betrifft.
Zu Beginn des Abends wurden die persönlichen Gedanken, Erwartungen, Fragen, Erfahrungen und Sorgen der Teilnehmenden auf mehreren Plakaten gesammelt. Dabei zeigte sich ein breites Spektrum an Assoziationen: von Zeitersparnis und Unterstützung über neue Möglichkeiten bis hin zu Datenschutz, Fehlinformationen, Ressourcenverbrauch, Leistungsdruck, politischem Einfluss und der Sorge vor einem Verlust menschlicher Kontrolle. Im anschließenden Vortrag wurde anhand des Buchstabens „E“ anschaulich erklärt, wie KI grundsätzlich funktioniert, was sie leisten kann – und was nicht. Dabei wurde betont, dass KI von Maschinen erzeugt wird, die zuvor von Menschen mit großen Datenmengen trainiert und programmiert werden müssen. KI denkt demnach nicht selbstständig, sondern verarbeitet Informationen auf Grundlage menschlicher Vorgaben, Daten und Wahrscheinlichkeitsberechnungen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf theologischen Überlegungen zur Frage, was den Menschen auszeichnet. Dabei rückten Themen wie Liebe, Barmherzigkeit, Menschlichkeit, Empathie und Verantwortung in den Mittelpunkt. Gerade diese Fähigkeiten zeigen, dass der Mensch mehr ist als reine Informationsverarbeitung. In der anschließenden ausführlichen Diskussion wurden zentrale Fragen vertieft. Welche Verantwortung kann KI jemals übernehmen? Wie können junge Menschen noch selbstständig lernen, wenn sie KI nutzen? Wie müssen Unterricht und Lehrstoff künftig gestaltet werden? Und wie lassen sich absichtliche Täuschungen durch KI-generierte Inhalte erkennen? An diesem Abend wurde deutlich: Weder blinde Begeisterung noch pauschale Ablehnung sind der richtige Ansatz. Gefragt ist eine konstruktiv-kritische Auseinandersetzung mit einem hochaktuellen und brisanten Thema. Der Vortragende, der als Chemiker, Ethiker und Seelsorger in Zürich und Wien arbeitet, brachte durch seinen interdisziplinären Zugang wertvolle Impulse in die Diskussion ein. Der Gemeindeabend bot Denkanstöße, Orientierung und Raum für ehrlichen Austausch und machte deutlich, dass bei aller technischen Entwicklung die Frage nach dem Menschen zentral bleibt. Im Anschluss konnte der Abend mit Speis und Trank bei angeregten Gesprächen ausklingen. Franz Radner |





