Einsam und  verlassen?

Irgendwie haben die Sommerferien begonnen – und gleichzeitig auch wieder nicht. Es ist schwer, auch die nähere Zukunft zu planen.

Das drückt auch das oben stehende Bild für mich aus: es kann auf zweierlei Weise verstanden werden: Ein einsamer Volleyball, der auf einem menschenleeren Strand übrig geblieben ist. Menschenleer, weil niemand reisen darf. Oder ein Volleyball, der gerade einmal aus dem Spielfeld geworfen wurde, während um ihn herum in der strahlenden Sonne das Leben pulsiert.

Flexibilität

Beides kann einem Volleyball diesen Sommer passieren. Wir hoffen für uns alle, dass es mit den Lockerungen nach den COVID-19-Maßnahmen weiter geht, wir also schrittweise wieder alte, vertraute Freiheiten zurückgewinnen. Im Bewusstsein, dass wir auch weiter mit dem Virus leben werden müssen und es auf einen jeden und eine jede von uns ankommt. Trotzdem: wir haben uns bereits daran gewöhnt, Pläne immer nur kurzfristig zu machen oder, wenn längerfristig, dann nur mit Vorbehalt.

Offenheit

Das ist einerseits mühsam – ich empfinde es zumindest so. Auf der anderen Seite frage ich mich, ob dieses „nix ist fix“ auch sein Gutes hat. Nicht nur Herausforderung, sondern auch Bereicherung sein kann. Schließlich macht es doch unseren Glauben aus, dass nichts endgültig ist und Gott immer wieder neue Wege zeigt. Das ist besonders tröstlich, wenn ein bestimmter Weg sich einmal als Sackgasse herausgestellt hat. Aber in dieser Zeit lernen wir auch die gelungenen Augenblicke besonders zu schätzen. Vielleicht können wir in der nächsten Zeit so planen: hoffen, dass es so wird, wie wir es uns wünschen. Und gleichzeitig uns trotzdem freuen, wenn es vielleicht anders, aber trotzdem gut wird.

Pfr. Johannes Wittich