Grafik: Gemeindebrief.de

Lachen hilft?

 

„Nimm’s mit Humor“ – so versucht uns gelegentlich ein Freund oder eine Freundin zu trösten, wenn wieder einmal etwas ordentlich schief gegangen ist.

Nett gemeint, dieser Rat, aber nicht in jeder Situation hilfreich. Geht es um die eigene Tollpatschigkeit, die wohl ärgerlich ist, aber sonst keinen ernsten Schaden anrichtet, dann kann Lachen befreiend sein. Was aber, wenn es um die wirklich ernsten Dinge des Lebens geht?

Grenzen des Lachens

Beim auf dieser Seite abgedruckten Cartoon handelt es sich um so einen Grenzfall. Das finde ich zumindest. Ja, die ach so oft idealisierten „Weißen Weihnachten“, über die darf man gerne ein wenig schmunzeln. Grundsätzlich ist es aber völlig unerheblich, welches Wetter wir am Heiligen Abend haben – an seiner Botschaft ändert das nichts. Auch damals, beim Stall von Bethlehem, hat es mit Sicherheit nicht geschneit. Schnee zu Weihnachten ist so etwas wie das sprichwörtliche „Tüpferl auf dem I“, dann, wenn auch sonst schon Einstellung und Stimmung passt.

Weihnachtliches Extra

Schnee zu Weihnachten kann dieses Fest aber nicht mehr retten, wenn sonst schon Alles schief läuft. Und dass es da immer seltener schneit, ist inzwischen zu einem der vielen Warnsignale im Zusammenhang mit dem Klimawandel geworden.

Keine Augenauswischerei

Nett, dass der Vater auf unserem Bild versucht, seinem Kind eine Freude zu machen. An der grundsätzlichen Dramatik der Erderwärmung ändert das aber nichts. Und so stelle ich mir vor, dass er nach Vollendung seines Kunstwerks ein ernstes Gespräch sucht. Über unsere Verantwortung für diese Erde. Die Gott so wichtig ist, dass er ein Teil von ihr geworden ist. Das wären dann nicht weiße, aber doch weise Weihnachten.

Pfarrer Johannes Wittich