Glasklar

Im heurigen Jahr wurde in Reformierten Kirchen weltweit des „Dienstantritts“ von Ulrich Zwingli am Großmünster in Zürich gedacht. Das Gedenkjahr geht nun in die Zielgerade.

Es war eine gute Gelegenheit für uns Reformierte (oder Evangelische H.B.), über unsere Identität nachzudenken. Gleichzeitig gab es aber immer wieder Momente, auf Fragen, was nun eigentlich „reformiert“ ist, zu antworten. Mit einem Gemeindetag zu Beginn des Jahres haben wir unser Wissen über Ulrich Zwingli vertieft. Und mit vielen öffentlichen Veranstaltungen, besonders mit dem „Wurstessen“ der drei Wiener H.B.-Gemeinden auch einen Personenkreis außerhalb unserer Kirche angesprochen.

Aufklärung

Ich persönlich bin sehr gerne Rede und Antwort gestanden über unseren Reformator und sein Erbe, das wir ja hochzuhalten versuchen. Weil im Beschreiben und Diskutieren mir auch manches wieder klarer geworden ist. Wie einfach Zwinglis Ansatz eigentlich gewesen ist: schau dir dein Umfeld an, die Gesellschaft, die Politik, die Welt, das Zusammenleben der Menschen. Und dann frage dich, ob das, was du siehst, mit der Botschaft der Bibel, mit der Botschaft Jesu in Einklang zu bringen ist. Ist es dann nicht, dann ist es dein Auftrag dafür zu sorgen, dich dafür einzusetzen.

Theorie und Praxis

Das klingt einfach, ist aber nicht so einfach umzusetzen. Wer etwas verändern, sich für ein gute Welt für alle Menschen einsetzen will, muss zuerst andere überzeugen. Probleme ansprechen, aufzeigen, und Beiträge leisten, wie es besser werden kann. Das braucht einen langen Atem. Den haben wir Reformierte allerdings seit 500 Jahren.

Pfr. Johannes Wittich