Nichts wie weg …

 


Die Welt ist in Bewegung – und auch die Menschen, die
auf ihr leben.

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Der Urlaub ist (hoffentlich) bereits geplant. Gerne machen wir uns auf den Weg, verreisen, suchen uns einen Erholungsort weit weg von unserer vertrauten Umgebung. Manche wählen ein Reiseziel, dass sich ganz bewusst vom Wohnort unterscheidet: wir Wienerinnen und Wiener fliehen an sonnige Strände, hinaus auf’s Land, hinauf in die Berge. Schließlich soll ein Urlaub ja auch Abwechslung bieten – und den Horizont erweitern. Wir freuen uns auf Eindrücke und Erlebnisse, an deren Anders-Sein wir uns dann besonders gerne nach unserer Rückkehr erinnern.

Unfreiwillig auf der Reise

Die Welt ist kleiner geworden. In wenigen Flugstunden können wir Orte erreichen, die noch vor wenigen Generationen unerreichbar gewesen wären. Umgekehrt können auch Menschen aus anderen Teilen unserer Welt leichter zu uns kommen, als jemals zuvor. Wir heißen sie willkommen als Touristen – und tun uns schwer damit, wenn sie nicht freiwillig zu uns kommen: als Kriegsflüchtlinge, Asylwerberinnen  und Asylwerber oder einfach als Menschen, die ein besseres Leben suchen.
Waren es früher noch die Nachbarländer von Krisenregionen, die Flüchtende aufnehmen mussten (auch Österreich hat sich da gerne großzügig gezeigt, bei Krisen in unseren Nachbarländern Ungarn, der  damaligen Tschechoslowakei, dem früheren Jugoslawien), ziehen sich heute Fluchtwege über den ganzen Globus. Damit steigt auch die Verantwortung, in globalen Zusammenhängen zu denken. Wir können ganz einfach nicht mehr die Augen verschließen vor Dingen, die auf anderen Kontinenten geschehen. Wir müssen uns die Frage stellen, wo wir mit unserer Lebensweise diese Migrationsströme mit verursachen.

Global gedacht

Als Christinnen und Christen können wir gar nicht anders, als global zu denken. Schließlich glauben wir an einen Gott, dem die ganze Welt, seine Schöpfung ihre Lebewesen wichtig sind. Die ganze Schöpfung – nicht nur einen Teil davon.

Pfr. Johannes Wittich